Die Fröbelstraße entstand 1887 zwischen Löbtauer Straße und Kohlenbahnhof und erhielt ihren Namen nach dem Pädagogen Friedrich Fröbel (1782-1852). Fröbel befasste sich als einer der ersten mit Aspekten der Vorschulerziehung von Kindern und gründete 1837 in Blankenburg/Thür. den ersten deutschen Kindergarten. 1838/39 weilte er in Dresden und initiierte die Einrichtung  einer Spielanstalt in der Nähe des Postplatzes (Am See 22). Zehn Jahre später übernahm er hier die Leitung von Kursen für angehende Kindergärtnerinnen.

Bis 1945 befanden sich an der Fröbelstraße zwei Schulen sowie ab 1896 die Kapelle der Apostolischen Kirche. Das Gemeindehaus im Hinterhof des Grundstücks Nr. 12 wurde von Theodor Lehmann erbaut, die Malereien im Innenraum stammten von der Firma Weinhold und Hetzel. Zudem besaß die Kirche eine Orgel aus der Werkstatt von Franz-Emil Keller aus Ostrau bei Riesa.

Ebenso wie die meisten Wohnhäuser der Fröbelstraße wurden auch diese Gebäude zerstört bzw. schwer beschädigt. Erhalten blieb die 1905 entstandene Wohnhausgruppe Fröbelstraße 51-57 im neobarocken Stil. Im Haus Nr. 30 befand sich zu DDR-Zeiten das Kulturhaus der Eisenbahner “Thomas Müntzer”. Weitere Grundstücke wurden nach 1990 mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut. Auf dem Areal der früheren “Drescherhäuser” an der Flurgrenze zu Löbtau befindet sich seit 1917 eine Kleingartenanlage. Beim Ausbau der Fröbelstraße in den Zwanziger Jahren wurde diese in zwei Hälften durchschnitten. Von Bedeutung ist die Fröbelstraße auch als Straßenbahntrasse. Am 4. Oktober 1995 erfolgte hier die Übergabe des ersten Abschnittes der neuen “Stadtbahn-Pilotlinie” für den Einsatz moderner Niederflurwagen.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich an der Fröbelstraße auf Friedrichstädter und Cottaer Flur zahlreiche Gewerbebetriebe angesiedelt. Erwähnenswert ist u.a. die Hoch, Tief- und Eisenbetonbaufirma von Albert Mannschatz (Nr. 42/44), zu deren wichtigsten Werken das AOK-Gebäude am Sternplatz gehörte. Auf dem benachbarten Grundstück (Nr. 48) betrieb Reinhard Klötzer ab 1877 eine Metallgießerei und Metallwarenfabrik.

Firma Ernst Noack: Zu den bedeutendsten Dresdner Bauunternehmungen der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Firma des Baumeisters Ernst Noack (1861-1924). Noack war ab 1905 Hofzimmermeister und ab 1912 Obermeister der Dresdner Baumeisterinnung. Sein Büro befand sich auf der Fröbelstraße 101, wo er an der Ecke zur Straße Drescherhäuser einen Werkplatz unterhielt. Noack selbst wohnte bis 1903 auf der Meußlitzer Straße 67, danach in einer von ihm selbst entworfenen Villa auf der Holsteiner Straße 8 in Stetzsch. Zu seinen Schöpfungen gehörte u.a. die Interimsbrücke während des Neubaus der Augustusbrücke 1907, mehrere Villen und Wohnhäuser sowie temporäre Bauten für die Ausstellung "Die alte Stadt" (1896), die 3. Deutsche Kunstgewerbeausstellung (1906), die "Jahresschau Deutscher Arbeit 1925" sowie die Festhalle zum Deutschen Sängerbundfest 1925.

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